Invarianten: Das unterschätzte Fundament robuster Strategien
Die meisten Investmentstrategien haben Regeln.
Die wenigsten haben Invarianten.
Der Unterschied ist entscheidend.
Regeln sagen:
„Wenn X passiert, dann tue Y.“
Invarianten sagen:
„Unabhängig von allem anderen darf Z niemals passieren.“
In der Praxis sind es Invarianten, nicht Regeln, die Systeme stabil machen.
Ein einfaches Beispiel:
Eine Strategie darf ihr Risiko dynamisch anpassen.
Aber sie darf nie unter ein bestimmtes Mindest-Exposure fallen.
Warum ist das wichtig?
Weil viele der teuersten Fehler nicht durch falsche Markteinschätzungen entstehen, sondern durch Zustandswechsel: voll investiert → defensiv → wieder aggressiv.
Empirisch lässt sich beobachten:
Ein grosser Teil der langfristigen Rendite entsteht in wenigen, diskontinuierlichen Marktphasen.
Wer in diesen Phasen strukturell zu wenig Exposition hat, verpasst Ertrag, der später kaum aufzuholen ist.
Invarianten adressieren genau dieses Problem.
Sie verhindern nicht Verluste. Sie verhindern Extremreaktionen.
Mathematisch betrachtet:
Verluste wirken linear.
Fehlreaktionen wirken multiplikativ auf den Pfad.
Deshalb sind robuste Systeme oft erstaunlich „unflexibel“:
Risiko darf schwanken, aber nur innerhalb klarer Grenzen.
Absicherung ist erlaubt, aber nicht unbegrenzt.
Exits sind möglich, aber nicht beliebig.
Diese Invarianten wirken unspektakulär. Genau deshalb funktionieren sie.
Sie zielen nicht auf maximale Rendite, sondern auf Stabilität des Reaktionsmusters.
Und diese Stabilität ist es, die über lange Zeiträume den Unterschied macht.
Frage:
Welche Invarianten sind in deiner Strategie wirklich unverhandelbar – und welche existieren nur auf dem Papier?